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Grundlagen der ökologischen Waldwirtschaft
Ziel der ökologischen Waldbewirtschaftung ist ein naturnaher, strukturreicher und widerstandsfähiger Wald, der ökologische Funktionen erfüllt und bewirtschaftet werden kann. Genutzt werden standortgerechte, heimische Baumarten.
Das ökologische Waldmanagement setzt auf die natürliche Verjüngung, alte und starke Bäume und ausreichend liegendes und stehendes Totholz. Waldverantwortliche greifen selten und nur gezielt in den Wald ein, was die finanziellen Aufwendungen senkt und die natürliche Entwicklung stärkt. Statt den Wald durch intensive Pflege an vorgegebene Produktionsziele anzupassen, nutzt die ökologische Waldbewirtschaftung stärker die Kräfte der Natur.
Die ökologische Waldbewirtschaftung orientiert sich an den natürlichen Prozessen im Wald. Sie unterstützt die Entwicklungen der Natur, damit Bäume, Pilze, Kräuter und die vielfältigen Tierarten das Ökosystem Wald aufbauen können. Vielfalt stärkt die Widerstandsfähigkeit, und nur starke, resiliente Wälder werden mit den Folgen der Klimakrise leben, Holz produzieren, Trinkwasser und andere Ökosystemleistungen bereitstellen.

Das Lübecker Modell
Die Naturwald Akademie gründet auf den Prinzipien des Lübecker Modells. Entwickelt im Stadtwald Lübeck zeigt das Lübecker Modell seit den 1990er Jahren, wie naturnahe Waldwirtschaft ökologisch und wirtschaftlich erfolgreich zusammenwirken. Das Lübecker Modell setzt auf dauerwaldartige Strukturen, Einzelstammentnahme statt Kahlschlag, natürliche Verjüngung und den konsequenten Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Wald wird nicht gegen seine Dynamik bewirtschaftet, sondern mit ihr – als lebendiges Ökosystem, das langfristig stabile Erträge und widerstandsfähige Bestände hervorbringt.

Bundesweite Beispiele für ökologisch arbeitende Waldbetriebe
Die Naturwald Akademie vermittelt wissenschaftlich fundiertes Wissen und zeigt, wie ökologische Waldwirtschaft in der Praxis funktionieren kann. Unsere Praxisbeispiele reichen vom Lübecker Modell über den Passauer Kirchwald und den Brandenburgischen Landeswald Reiersdorf bis zu ökologisch bewirtschafteten Privatwäldern im Saarland. Sie machen sichtbar, wie naturnahe Konzepte unter unterschiedlichen Standort- und Eigentumsbedingungen erfolgreich umgesetzt werden.
Gemeinsam mit der Wald-Allianz entwickelt und erprobt die Naturwald Akademie ökosystembasierte Ansätze für die Waldentwicklung. Wir begleiten die Partnerwäldern wie Stadtwald Meiningen (Thüringen) wissenschaftlich und entwickeln die ökologischen Waldbaukonzepte forschungsbasiert weiter. So bauen wir ein lernendes Netzwerk aus Waldbesitzenden, Forstverantwortlichen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auf.
Auf den folgenden Seiten finden Sie Grundlagen, Praxisbeispiele und Orientierung für eine ökologische Entwicklung und Bewirtschaftung von Wäldern.
