Wir veranstalten Exkursionen in naturnahe Wälder, faszinieren Kinder auf Walderlebnistagen, halten Vorträge zur Waldökologie, lehren an Hochschulen und bringen Waldwissen in Politik und Gesellschaft.
Alte Buchenwälder tragen maßgeblich zum Klimaschutz bei. Eine Studie belegt anhand von Daten aus Jahresringen, dass alte Wälder mit einem Durchschnittsalter von 220 Jahren im Mittel 230 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar in Stämmen, Ästen und der oberirdischen Biomasse speichern.
Kritische Fragen und neue ökologische Sichtweisen auf den Wald in Zeiten des Klimawandels gehören kaum zum Studium von angehenden Försterinnen und Förstern. Studierende wünschen sich mehr Vielfalt im Denken und im Wald, zeigt eine Befragung an deutschen Hochschulen.
Die Netzwerke der Forstverantwortlichen und welchen Einfluss die persönlichen Beziehungen auf Entscheidungen für Natur und biologische Vielfalt im Wald haben, untersucht eine Studie. Auch im Wald gilt: Konflikte können der Motor für Reflexion und Lernen sein, wenn sie konstruktiv gestaltet werden.
Auf einer Exkursion in die alten Buchenwälder Heiligen Hallen und in Theoriemodulen vermittelt die Naturwald Akademie den Studierenden an der Hochschule Neubrandenburg Wissen über Ökologie und Ökonomie der Wälder.
Die Naturwald Akademie lehrt den Einsatz moderner Technik für das Ökosystem Wald im Studiengang Sozialökologisches Waldmanagement an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde.
Warum werfen Buchen, Eichen und andere Laubbäume die verwelkten Blätter im Herbst nicht ab? Wissenschaftler rätseln über das Phänomen der Marzeszenz. Schützen die Bäume sich mit dem Laub vor Kälte? Oder vor Rehen? Können sie die Nährstoffe besser nutzen?
Auch Geodaten und Fernerkundung gehören zum Studiengang Sozialökologisches Waldmanagement an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Die Naturwald Akademie lehrt Techniken für den ökologischen Waldumbau.
Europas Wälder sind in einem alarmierenden Zustand. Die Naturwald Akademie fordert mit 150 internationalen Wissenschaftlern die EU auf, ihre Verpflichtungen zum Schutz und zur Verbesserung der Wälder zu erfüllen.
In der European Natural Forest School bringen wir Expertinnen und Experten für Waldmanagement und Waldschutz aus ganz Europa in Lübeck zusammen. Zu dem Sommer-Studienprogramm laden wir 20 Studierende und Berufsanfänger*innen aus verschiedenen Ländern ein, die naturnahe Waldbewirtschaftung zu entdecken.
Die EU-Kommission hat den EU-Mitgliedstaaten einen Booster für den Schutz der leidenden Natur verpasst. Nach Jahren des Streits tritt nun endlich das Nature Restoration Law (NRL) in Kraft. Bis 2030 müssen alle EU-Länder 20% ihrer Landflächen und Meere wiederherstellen.
Künftig sollen in Wäldern regelmäßig Tonaufnahmen gemacht werden, um daraus abzulesen, wie es um den Wald steht. Das Ziel ist ein „akustisches Waldmonitoring“. Es soll die klassische Bestandsaufnahme ergänzen – die Bundeswaldinventur – bei der Forstexperten alle paar Jahre vor Ort in bestimmten Gebieten den Zustand der Bäume erfassen – etwa die Dichte der Kronen…
Warmes Wetter und höhere Temperaturen im Klimawandel verstärken die Baummast von Buchen, Eichen und den anderen Waldbäumen. Manchmal jährlich produzieren die Bäume mittlerweile massenhaft Bucheckern, Eicheln, Kastanien, Nüsse während der Baummast – ein Phänomen, das vor der Erderwärmung seltener alle paar Jahre auftrat
Füchse sind die Schlauesten im Wald und tragen zum ökologischen Wohlergehen des Waldes und seiner Bewohner bei. Mit ihrer Lebensweise verändern Rotfüchse ihre Umwelt und beeinflussen das Leben von Pflanzen, Tieren, Pilzen und anderen Lebensformen im Wald.
Die Ostseeinseln Rügen und Usedom sind extreme Waldstandorte. Die Böden sind teils ausgesprochen nährstoffarm und immer wieder stürzen Bäume die Steilhänge hinab ins Meer. Doch entstehen mit den Hangrutschungen seit Jahrhunderten auch immer wieder neue Lebensräume.
Mehr Wildnis kann das Artensterben aufhalten, schreibt Simone Böcker in ihrem Buch „Rewilding“. Wir haben mit der Autorin über wilde Äcker und Wälder gesprochen, über Chancen für Tier und Mensch in der neuen Wildnis in Deutschalnd.
Spirken wachsen in und an den Waldmooren der Alpen, im Schwarzwald und im Erzgebirge und kommen außerhalb Deutschlands auf sauren, nährstoffarmen Standorten von der Schweiz bis nach Tschechien vor. Spirken oder auch Moor-Kiefern gehören zur weit ausgeprägten Art der Bergkiefer (Pinus mugo), so wie auch die Latschen und Föhren. WissenschaftlerInnen rätseln noch, ob die Spirken…
Die Leistungen, die eine 100-jährige Buche für ihre Umwelt erbringt, sind enorm. Ob Kühlung, Luftfilterung oder Kohlenstoffbindung – im Klimawandel sind vitale alte Bäume starke Verbündete für Mensch und Natur. Für hunderte Tierarten sind alte Buchen zudem ihr Lebensraum, Grundlage ihrer Existenz im Wald.
In einem für Mitteleuropa einzigartigen Experiment wurden Buchen und Fichten fünf Jahre lang unter Trockenstress gesetzt (siehe Infokasten im Text). Was man daraus für die Zukunft der Wälder im Klimawandel lernen kann, erzählt der Ökophysiologe Prof. Dr. Thorsten Grams von der Technischen Universität München im Interview.
Bis vor 200 Jahren war es in Mitteleuropa üblich, Rinder, Schweine oder Ziegen in Wäldern fressen zu lassen. Jetzt wird die Waldweide in verschiedenen Projekten wieder zum Leben erweckt. Sie kann vor allem in lichten Wäldern die Artenvielfalt fördern – wenn man es denn richtig macht.
Der Klimawandel zwingt zum Umdenken in Wald- und Forstwirtschaft. Der ausbleibende Regen verschärft in den Wäldern und Forsten ein Problem, das Forstleute und Waldbesitzer in den vergangenen 250 Jahren geschaffen haben.
Dem Wald geht es nicht gut und daran sollen auch Rehe, Rothirsche und andere große Pflanzenfresser schuld sein. Sie fressen die jungen Bäumchen kahl und die menschengemachten Forste können sich dann nicht erholen. Also mehr Jagen, weniger Jagen, anders Jagen oder gar nicht?
Deutschland braucht mehr Energie aus Wind- und Sonnenkraft für den Klimaschutz. Auf nun insgesamt zwei Prozent der Landesfläche sollen Windenergieanlagen gebaut werden. Daher wollen einige Bundesländer Windparks in Wäldern ausbauen. Sind Windenergieanlagen im Wald nun gut für die Natur oder nicht?
Vegetationsökologin Dr. Barbara Stammel erforscht die Ökosystemleistungen von Auwäldern und die Möglichkeiten der Renaturierung. Flüsse, Auen und das gesamte Einzugsgebiet mit Bächen, Gräben und Drainagen muss für einen künftigen Hochwasserschutz mieteinbezogen werden.
Mit dem Artenschutz in deutschen Wäldern ist es nicht weit her. In den Forstverwaltungen heißt es seit Jahrzehnten „Forstwirtschaft ist gleich Naturschutz“. Tatsächlich aber gehen durch die intensive Nutzung und das Fällen alter Baumbestände viele Habitate von Fledermäusen oder Vögeln verloren. Aktuelle Gerichtsurteile fordern jetzt mit Nachdruck mehr Naturschutz im Wald ein. Die Forstwirtschaft wird…
Herbivorie-Management: Koexistenz von heimischen mittleren und großen Pflanzenfressern mit Naturschutz und Ansprüchen von Landnutzern. Ein Diskussionspapier für den NABU und an der Thematik interessierte ExpertInnen.
In den Zeiten eines rasanten Klimawandels und einem zunehmenden Verlust an Tier- und Pflanzenarten stellt sich die Frage: Wie viel intakte Natur benötigen wir weltweit, aber auch in Deutschland, damit alle Lebewesen eine Zukunft haben? Welche Folgen haben mehr Naturschutzflächen für die Gesellschaft?
Zum Ökosystem Wald gehören nicht nur Bäume, Pilze und Tiere. Auch Bäche als Lebensraum einer Vielzahl von Tieren sind entscheidend für die ökologische Qualität des Waldes. Die EU hat dies erkannt und neue Richtlinien für Gewässer beschlossen. Das Gesetz schreibt vor, dass alle großen Fließgewässer bis zum Jahr 2027 in „gutem ökologischen Zustand“ sein müssen.
In natürlichen Wäldern bergen Waldbäche den Ursprung des Lebens. Fusselgroße Bachflohkrebse und Schnecken klammern sich ans Schwemmholz, im Sand und Kies entwickeln sich die Larven von Köcherfliegen, Eintagsfliegen und stecknadelkopfgroße Muscheln, Wasserasseln und Schwimmkäfer gründeln in ruhigen Gumpen.
Die Entwässerung von Wäldern und die übermäßige Nutzung des Grundwassers verstärken die Dürre der vergangenen Jahre. Denn ist der Pegel zu niedrig, reichen die Wurzeln der Bäume nicht mehr an das Grundwasser heran wie in der Schorfheide in Brandenburg oder im Hessischen Ried. Größter Wasser-Konkurrent der Wälder sind die Industrie – und unser Lebensstil.
Svenja Ahlgrimm hat die Jury der Naturwald Akademie mit ihrer Forschung überzeugt, wie sich die Wiedervernässung entwässerter Waldmoore auf das Wachstum angrenzender Wälder auswirkt. Dem aus klima- und naturschutzfachlicher Sicht durchaus sinnvollen Wiedervernässen von Waldmooren steht oft die Sorge entgegen, dass umliegende Wälder unter dem dann erhöhten Grundwasserspiegel leiden. Erstaunlicherweise gibt es hierzu bisher nur…
Im Sommer schockierten uns wieder erschreckende Bilder vom Baumsterben in Deutschland. Riesige Flächen abgestorbener Nadelbäume waren im dritten Jahr in Folge zu beklagen. Tatsächlich ist das Baumsterben aber nicht nur eine Folge des Klimas, sondern zu einem großen Teil auf falsche Entscheidungen in Politik und Forstwirtschaft zurückzuführen.
Die Forstwirtschaftspläne für den streng geschützten Leipziger Auwald müssen einer FFH-Verträglichkeitsprüfung unterzogen werden. Das entschied das Oberverwaltungsgericht Bautzen nach einer Klage der Grünen Liga Sachsen e.V. gegen die Stadt Leipzig. Forstämter müssen zukünftig bundesweit in FFH-Gebieten naturschutzfachlich prüfen lassen, welche Auswirkungen Baumfällungen auf Tiere, Pflanzen und Lebensräume haben können.
Bäume sind innerhalb ihrer Ökosysteme auch an Trockenzeiten gewöhnt. Sie überleben Dürren und regenerieren, wenn es wieder regnet. Wenn aber eine bestimmte Schwelle überschritten ist, nützt auch Regen nichts mehr — die ausgetrockneten Bäume sterben.
Flussauenwälder gehörten einst zu den prägenden Landschaften in Deutschland. Die Begradigung der Flüsse, der Bau von Deichen und die Landwirtschaft haben diesen extrem artenreichen Lebensraum hierzulande aber fast verschwinden lassen. Erste Großprojekte zur Renaturierung entlang der Elbe zeigen, dass sich der Trend umkehren lässt – und dass Flussauen wesentlich zum Hochwasserschutz beitragen.
Moose sind für den Laien oft nur unscheinbare Waldbewohner. Aber auch im Wald gilt: ohne Moos nichts los. Sie halten nicht nur Feuchtigkeit im Wald und filtern Wasser. Allein in den deutschen Wäldern kommen fast 700 Moosarten vor. Die meisten findet man in naturnahen, strukturreichen Wäldern.
Schleimpilze sind bizarre Organismen. Sie sind weder Tier noch Pflanze noch Pilz, obwohl ihr Name das vermuten lässt. Die Lebewesen bilden ein eigenes Reich, das seit Millionen Jahren existiert – und den Wald liebt: sie brauchen Totholz und ein feuchtes Milieu, um sich in Plasmodien zu verwandeln und auf Wanderschaft zu gehen.
Die biologische Vielfalt steigt, wenn Wisente in einem Gebiet leben. Die Ökologin Kaja Heising hat frei lebende Wisente im Rothaargebirge wissenschaftlich begleitet. Aus ihren Beobachtungen folgert sie: „Wisente bauen den Wald langfristig um und schaffen abwechslungsreiche Landschaften und artenreiche Mikrohabitate. Wir sollten der Art wieder die Chance geben, ihre Rolle zu übernehmen. “
Seit einigen Jahren breiten sich Luchse und vor allem Wölfe langsam wieder in Deutschland aus. Beobachtungen aus anderen Ländern zeigen, dass diese Raubtiere die Entwicklung der Waldlebensräume ganz entscheidend prägen. Wie groß ihr Einfluss auf die deutschen Wälder ist, wissen Wildtierökologen aber noch nicht genau. In Forschungsprojekten wollen sie mehr darüber erfahren, wie die Räuber…
250 Jahre alte Methusalem-Eichen schaffen im Klosterwald Maria Eich bei München einen Hotspot der Waldökologie. Acht Urwaldreliktkäferarten wurden hier gefunden, darunter der Eremit. Um Eichen und Käfer zu schützen arbeiten Naturschützer, Staatsförster und Kirche zusammen. Dafür wurden sie ausgezeichnet, unter anderem als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt.
Die Kohlenstoffdioxid-Konzentration in der Atmosphäre erreicht Rekordwerte und trägt maßgeblich zur Erderwärmung bei. Weltweit wird daher nach klimaschonenden Energiequellen gesucht. Das Verbrennen von Holz wird dabei häufig als klimaneutral dargestellt. Viele Studien zeigen aber, dass dies nicht so ist.
Welche Bäume sollen wir im Hinblick auf den Klimawandel pflanzen? Dieser Frage hat sich Helge Meischner in seiner Masterarbeit gewidmet. Sein Fazit: Think Local – standortheimische Arten bevorzugen! Für seine Arbeit erhielt der Marburger den Naturwald-Preis für Forschung 2019.
„Monotone Forste oder ausgeräumte Wälder bieten Igeln nichts“, sagt Ökologe Dr. Leon Barthel, der Igeln in Brandenburg und Berlin auf der Spur war. Das war schwerer als gedacht, denn es gibt immer weniger Igel in der Natur. Igel brauchen Laub, Gebüsch und viele Insekten.
Der Wald hat immer Pilzsaison: Die meisten Bäume können nämlich nur existieren, weil sie im Wurzelwerk einen Tauschhandel mit Pilzen eingehen. Für Zuckersaft versorgen diese die Baumriesen mit Nährstoffen, Wasser und Antibiotika.
Der Schwarzstorch ist ein geheimnisvolles Tier. Er ist ein scheuer Bewohner alter, geschlossener Wälder, die Still- und Fließgewässer aufweisen. Neben dem Weißstorch ist er die einzige in Europa brütende Art aus der Vogelfamilie der Störche.
Die Artenvielfalt in Baumkronen ist atemberaubend. Hunderte von Insekten und Spinnenarten sind dort heimisch. Dem Spaziergänger entgeht diese Vielfalt meist – und selbst Forscher wissen bis heute nur zu einem Teil, wie wichtig der Lebensraum Baumkrone ist.
Es ist gut möglich, dass Braunbären bald wieder in Deutschland heimisch werden. Denn die bayerischen Alpen bieten ihnen auch heute noch teils attraktive Lebensräume wie etwa naturnahe Mischwälder. Andererseits machen eine zersiedelte Landschaft und der Mangel an ungestörtem Rückzugsraum die Wiederansiedlung schwierig. Und auch die Angst vor diesem großen Raubtier ist ein Hindernis. Bärenexperten machen…
Die Gesundheit des Waldes beginnt im Boden. Natürliche Waldböden sind durchzogen von Poren und Hohlräumen, zwischen denen Würmer, Larven, Asseln, Pilze und Bakterien leben und das Laub zersetzen. Eine einzige Fahrt mit dem Harvester zerstört den Boden für immer.
Im Revier Quierschied des Landesbetriebs SaarForst wird der Natur Zeit und Ruhe gelassen, d.h. die natürlichen Prozesse dürfen im Wald ungestört laufen. Revierleiter ist Roland Wirtz. Er erklärt am Beispiel der Eichen, wie er den Wald bewirtschaftet, und wo er vom Lübecker Modell abweicht.
Denkt man an Greifvögel im Wald, dann fallen vermutlich vielen Menschen zunächst die Eulen ein. Tatsächlich aber sind Wälder auch Heimat für viele andere Greifvögel: Habichte oder Schreiadler zum Beispiel. Vor allem ältere Wälder sind für die Vögel als Brutgebiet und Jagdrevier attraktiv.
Früher ernteten Menschen Honig von Bienenvölkern, die in Bäumen lebten. Doch lange war die Baumimkerei, die Zeidlerei, hierzulande fast völlig vergessen. Jetzt wollen deutsche Imker sie neu beleben. Dieser Trend könnte dazu beitragen, Wälder bienenfreundlicher und damit auch deutlich artenreicher zu gestalten.
Im Nationalpark Kellerwald-Edersee findet man Buchenwälder, die teilweise bis zu 260 Jahre alt sind und reich an Totholz. Die Buche erreicht an felsigen Steilhängen ihre natürliche Waldgrenze und bildet fast mystisch wirkende Baumgestalten.
Aas ist eine der wichtigsten Ressourcen im Wald. Viele Insekten, Raubtiere und Pilze ernähren sich von Kadavern und schließen die Nährstoffe aus toten Tieren für Pflanzen auf. Je natürlicher der Wald, desto schneller verspeisen die Tiere einen Kadaver.
High-Tech für die Waldinventur: Regelmäßig erfassen Forstleute die Anzahl, Dicke und Höhe von Bäumen, nicht zuletzt um die neu gewachsene Holzmenge abzuschätzen. Bislang werden die Waldgebiete mühsam und zeitaufwändig per Hand inventarisiert. Künftig aber sollen 3D-Laserscanner die Arbeit erleichtern. Die Technik ist bereits in der Architektur etabliert. Für die Waldinventur bringen Forstwissenschaftler ihr jetzt bei,…
Libellen, Grasfrösche, Schwarzstörche, Eisvögel kommen in die vom Biber gestalteten Auenlandschaften. Das freut Naturfreunde. Damit auch Waldbesitzer den Biber willkommen heißen, entschädigen manche Bundesländer die vom Biber angerichteten Schäden an Bäumen und im Wald.
Mit Fettpolstern und dickem Fell kommen Siebenschläfer, Dachse, Eichhörnchen, Fledermäuse, Rothirsche und die anderen Säugetiere im Wald durch den Winter. Die einen schlafen in der eisigen Zeit, manche ruhen im Bau und kommen nur an schönen Tagen raus.
Edellaubbaum-Wälder auf Blockhalden an den Abhängen erloschener Vulkanschlote; überwältigender Urwaldeindruck auf ehemaliger Keltenfliehburg; »UrwaldLehrpfad«; Rotmilane und seltene Schnecken.
Wälder sind für die Bereitstellung von Trinkwasser besonders wichtig. Naturwälder und Nadelholzplantagen tragen dabei gleichermaßen zur Reinheit des Wassers bei. Wenn es aber um die Speicherung von Niederschlägen geht, sind Laubwälder die Favoriten.
Waldbäume benötigen Wasser, um zu wachsen und sich vor Überhitzung zu schützen. Die genaue Menge lässt sich jedoch nur schwer bestimmen, denn entscheidende Faktoren wie das Wetter und die Bodenverhältnisse sind in jedem Waldgebiet anders.
Mit Lichtrezeptoren sehen Bäume, wann sie sich auf den Winter vorbereiten müssen. Deutliches Zeichen für Mensch und Tier: Die Blätter verfärben sich braun, gelb, rot und fallen ab.
Wer seinen Wald schonend bearbeiten will, kann aufs Pferd setzen und sein Holz von Fuhrhalte-Unternehmen abtransportieren lassen. Elmar Stertenbrink, Vorsitzender der bundesweiten Interessengemeinschaft Zugpferde, betreibt seit fast 30 Jahren eine Fuhrhalterei. Er blickt optimistisch in die Zukunft, denn immer mehr Kunden fragen nach Holz aus schonender Waldwirtschaft.
Die berühmtesten Traubeneichen der Welt; Feudaljagd sichert Eichen im Buchenareal; einzigartige »Urwald«-Vogelwelt mit baumbrütenden Mauerseglern; höchste Artenvielfalt an Holzinsekten; letzter Rest eines Eichenlichtwaldes; Heimkehr von Wildkatze und Kolkrabe.
Beeren und Früchte stärken den Wald Vogelbeeren, Kornelkirschen, Elsbeeren und die anderen Früchtetragenden Waldbäume stärken das Ökosystem Wald: Wildbienen und Hummeln leben von ihren Blüten, Vögel und Säugetiere nähren sich von den Früchten.
Habitatbäume: Wenn Waldbäume ein Alter von 150 bis 200 Jahren erreichen, werden sie zum Artenparadies. Hunderte Pilze, Insekten, Vögel und Säuger siedeln dann in Rindentaschen, Baumhöhlen oder Blitzrinnen – allesamt Kleinstlebensräume, welche die alten Riesen so schützenswert machen.
Viele deutsche Forste sind in heißen Sommern im Hinblick auf Waldbrände Hochrisikogebiete. Vor allem Nadelforste sind gefährdet, weil sie schnell austrocknen und leicht brennbares Material bilden. Hinzu kommt, dass viele Nadelbäume aus Regionen stammen, in denen Waldbrände ein Element der natürlichen Waldverjüngung sind.
Bedeutendste Reste der weltweit bedrohten Tiefland-Buchenwälder in Nordostdeutschland, insbesondere artenreiche Waldmeister-Buchenwälder auf Jungmoränen; uralt und berühmt: Heilige Hallen und Fauler Ort mit Reife- und Zerfallsphase; Zunderschwamm, Stachelbart und seltene Käfer.
In Deutschland sind neun Spechtarten heimisch. Manche fühlen sich in Parks und Gärten wohl, die meisten aber bevorzugen Waldstandorte mit alten rauen Bäumen und viel Totholz. Dabei sind einige Spechte auf ganz spezielle Waldtypen angewiesen, die es zu erhalten gilt.
Von Ameisen, Bienen bis zu Hirschen und Wölfen nutzen Tiere Pflanzen, um sich zu heilen. Sie wissen wieviel sie von „giftigen“ Pflanzen fressen müssen, um gesund zu werden. Und sie können Ursache und Wirkung zusammenbringen, selbst wenn beides länger als einen Tag auseinander liegt
Dachse kümmern sich um ihren Clan und leben am liebsten in den Anhöhen artenreicher Mischwälder, fressen hauptsächlich Regenwürmer, im Sommer auch gern süße Kirschen und Pflaumen. Eine Generation nach der anderen baut den Dachsbau zu einem beeindruckenden architektonischen Gebilde aus.
Wildschweine fühlen sich sauwohl im Wald. Die intelligenten Tiere haben ein ausgeprägtes Zeitgefühl und können Menschen in Feind und Freund unterscheiden. Ein erfahrenes Weibchen – die Leitbache – führt den Familienverband aus weiblichen Tieren und nur ganz jungen Keilern.
Die kleinen Stars im Wald Mäuse, Garten- und Siebenschläfer sind mit naturnahen Wäldern aufs engste verbunden: Sie benötigen diesen Lebensraum, um sich erfolgreich zu vermehren. Andererseits kommt ein widerstandsfähiger Wald nicht ohne Kleinsäuger aus.
Wilde Eiben sind selten in Deutschlands Wäldern geworden. Rund 1500 ältere Exemplare der mystischen Bäume wachsen in einem urigen Mischwald im Alpenvorland. Einige der Eiben sollen bis zu 1.000 Jahre alt sein.
Wo im Wald die Wurzelteller umgestürzter Bäume in die Höhe ragen, hat der Tod nur für einen Moment den Sieg errungen. Die Wände aus Wurzeln, Erde und Totholz locken nämlich viele Tiere und Pflanzen an und dienen ihnen als Versteck, Ausguck, Badestelle und Kinderstube.
Insektenforscher und Buchautor Beat Wermelinger im Interview über die ökologische Bedeutung von Insekten für den Wald und ihre Vorliebe für Gehölze mit vielen Nischen, Licht und verrottenden Baumriesen
Waldbäume wie Eichen, Buchen oder Fichten bilden von Jahr zu Jahr unterschiedlich viele Früchte und Samen aus. Welche Faktoren diese Menge bestimmen und wie der Klimawandel sie verändert, wollen Schweizer Forscher mit einem Citizen-Science-Projekt beantworten.
Naturwälder sind für Fledermäuse essentiell wichtig. Sie bieten zugleich abwechslungsreiche Jagdgebiete und Altbäume mit zahlreichen Wohnhöhlen. Bereits in kleinen Naturwaldgebieten kann man viele Arten antreffen. Fledermäuse sind faszinierend, weil sie sich in einer Welt zurechtfinden, die dem Menschen fast völlig verschlossen ist
Um die Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen zu messen, richten Wissenschaftler ihr Augenmerk vermehrt auf funktionelle Eigenschaften statt auf einzelne Arten. Sie wollen so verstehen, wie alle Lebewesen in einem Biotop zusammenwirken.
Der Kurzschröter braucht Wald mit alten Eichen Käferexperte und Naturwald-Fachmann Heinz Bußler über den kleinsten der mitteleuropäischen Hirschkäfer Der Kurzschröter (Aesalus scarabaeoides) kommt in Deutschland so selten vor, dass es nur wenige Menschen gibt, welche die kleinste der sieben mitteleuropäischen Hirschkäferarten schon einmal mit eigenen Augen gesehen haben.
Größtes Buchen-Eichen-Mischwaldgebiet; Naturwaldreservate mit Urwaldqualität; wie Eichen unter Buchen überleben; Faunentradition dank „Schaufelbuchen“.
Einziges naturnahes Mündungsgebiet zweier Großflüsse in Deutschland; Wiederansiedlung des Bibers; bedeutendstes Brutgebiet des Blaukehlchens; Rohrweihe, Zwergdommel und Halsbandschnäpper.
Bäume nehmen über die Blätter und Wurzelspitzen ständig Informationen aus der Umwelt auf, verarbeiten sie und handeln dementsprechend. Sie kommunizieren im Organismus und miteinander.
Offene Flächen im Wald erhöhen die Artenvielfalt: Lichtungen, die durch Brände oder Windwurf entstehen, werden heute meist geräumt und schnellstmöglich wieder aufgeforstet. Dabei sind Windwurfflächen bedeutenden Lebensräume in unseren Breiten und ein Hort der Artenvielfalt.
Der Wald ist eine Apotheke. Die Blüten der Schlüsselblume lindern Migräne und Kopfschmerz, der Sud aus den Wurzeln des Weidenröschens hilft bei Entzündungen der Mundschleimhaut, die Bärentraube stärkt Niere und Blase, der Tee aus dem Gefleckten Lungenkraut vertreibt Husten und Halsschmerzen. Ein großer Teil der Sträucher, Kräuter und Bäume in den heimischen Wäldern wird seit…
Wissenschaftler sind sich einig: Alte und abgestorbene Bäume gehören in einen gesunden Wald, denn Biotopholz bietet die Lebensgrundlage für Tausende Pilz- und Tierarten, darunter viele Rote-Liste-Arten. Sie besiedeln das Holz in Wellen und kooperieren auf erstaunliche Weise
Der Wald macht den Menschen gesund und das ganz von allein. Das Rauschen der Blätter, die Duftstoffe der Bäume, Vogelgesang und Bachgeplätscher heilen den Menschen und stärken seine Gesundheit. Japanische Wissenschaftler aus Immunologie, Kardiologie, Neurobiologie und anderen Fakultäten haben die gesundheitsfördernden Wirkungen des Waldes in einer Reihe von Studien belegt.
In seiner Umwelt-Enzyklika Laudato Si sagt Papst Franziskus, dass wir unser gemeinsames Haus niemals so schlecht behandelt und verletzt haben – obwohl die Natur für die Menschen von überragender Bedeutung ist.
Die Huaorani im Amazonas sagen, dass sie den Wald zu ihrem Nutzen geformt haben. Schon ihre Vorfahren haben Bäume gesät, damit sie heute Nahrung und Kleidung haben. Biologen und Ökologen haben die Erzählung wissenschaftlich bestätigt: Die Amazonas-Völker haben demnach die biologische Vielfalt entscheidend befördert.