
Beratung
Wälder helfen im Klimaschutz vor allem als naturnahe Ökosysteme
Policy Brief fasst Stand der wissenschaftlichen Forschung zur CO2-Speicherung und Senkenleistung von Wäldern zusammen. Alte Wälder enthalten zwei- bis dreimal mehr Kohlenstoff als junge Bestände. Alte Wälder durch Aufforstungen zu ersetzen, wird den Klimaschutz nicht voranbringen.
Alte Wälder sind keine überalterten Systeme, sondern dynamische, sich selbst regulierende Ökosysteme mit hoher struktureller Stabilität. Das ist Stand der wissenschaftlichen Forschung zur Bedeutung von Wäldern in der Klimakatastrophe, den die Naturwald Akademie in einem Policy Brief zusammenfasst und daraus Handlungsempfehlungen für Politik und Forstpraxis ableitet. Der Policy Brief räumt auch mit dem Narrativ auf, dass junge Bäume und aufgeforstete Wälder als Ersatz für alte Wälder die Kohlenstoffspeicher ersetzen könnten. Das Gegenteil ist der Fall, wie die wissenschaftlichen Studien zeigen.
Handlungsempfehlungen für Politik und Forstpraxis
Der Policy Brief der Naturwald Akademie zeigt auf, wie Klimaschutz, Biodiversität und wirtschaftliche Nutzung in ein ökosystemverträgliches Gleichgewicht gebracht werden können:
1. Differenzierte Bewirtschaftung nach Naturnähe und Standort
38 Prozent der Waldfläche in Deutschland sind naturnah oder sehr naturnah, laut Bundeswaldinventur. Auf diesen Flächen sollten Bäume deutlich älter werden. Praktisch bedeutet dies, dass Bäume länger stehen, mehr Holz (Forstwirtschaftlicher Vorrat) aufbauen, als Einzelstamm entnommen werden, und nicht in einem Kahlschlag-Verfahren. Die natürliche Waldentwicklung wird gestärkt.
2. Umbau instabiler Nadelholzreinbestände
Die anderen 62 Prozent der Waldfläche sollten schrittweise in standortheimische, klimastabile Laubmischwälder überführt werden. Großflächige Räumungen oder starke Auflichtungen sind dabei zu vermeiden, um das Waldinnenklima zu erhalten. Naturverjüngung ist ökologisch wie ökonomisch den Pflanzungen überlegen und sollte Vorrang haben. Der Einsatz nicht-heimischer Baumarten wird kritisch bewertet.
3. Naturbasierte Lösungen in der EU-Klimastrategie verankern
Der Schutz und die Wiederherstellung naturnaher Wälder müssen zentrale Bestandteile naturbasierter Klimaschutzstrategien sein. Eine Absenkung europäischer Klimaziele aufgrund schwächerer Senkenleistungen würde die strukturellen Ursachen verkennen und notwendige Transformationsprozesse verzögern.
Den Policy Brief „Alte Wälder sind Klimaschutz – Warum die EU ihre Senkenstrategieüberdenken muss“ können Sie kostenfrei herunterladen.
